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060818 22:55 - Bahnhof Ehrenfeld

September 2, 2018

Lieber ▆▆▆, was ist das Leben gerade? ach, frag mich ein ander’ Mal. Mein Kopf lahmt, das Gehirn kocht im schwarzen Sud - Kaffeedepression: leichte Übelkeit, Unruhe und juckende Gedanken. Schwül ist das Leben gerade, na das kann ich dir sagen. Selbst am Bahnsteig, wo der Wind doch sonst alle Reisenden wegträgt, lungert die Luft im Gleisbett. Die Züge stehen und die Luft tut es auch. Der Waggon glüht und schwitzt und atmet aus allen Mündern Menschen aus. Abschiedstränen verdampfen auf Wangen und Taschentücher wehen nicht, denn hier weht nichts.

 

Wer sich abkühlen will, der sucht Wasser wie die Wespen, die sich auf alles stürzen. Die im Wahn der Hitze vergessen haben, was sie eigentlich suchen, ob nun Limo oder Eis oder Menschenfleisch.

 

Die Wärme gibt den Starken Gelegenheit sich bestaunen zu lassen. Und so führen sie ihre schönen Bäuche an Seen und Freibädern und manchmal auch in der Innenstadt umher: ausgezogen und eingezogen. Im Stand wirft die Sonne die schönsten Schatten um ihre Muskeln und so verwundert es nicht, dass sie Aktivitäten suchen, die Stehend stattfinden, aber mehr sind als bloßes Gepose: Sie treten und schlagen Bälle über den Sand, ärgern Mädchen oder warten in einer Ecke des Sprungturms.

 

Das Leben ist gerade Chlor und Ketchup. Und schade, dass wir keine Pommes gegessen haben. So im Nachhinein hätte mir das Freude gemacht. Es wäre gut für diese Geschichte gewesen und schlecht für meine Hüfte. Stattdessen essen wir einen Teller mit allerlei libanesischen Kunstwerken und einer vergorenen Olive - und ich kann mich wirklich nicht beklagen. Morgen fange ich schon wieder in einer neuen Stadt an zu arbeiten. Ein neuer Job. Das ist der achte in diesem Jahr. Und das muss man sich mal vorstellen, im August. Ich habe ein ungutes Gefühl, wie immer. Aber ich dränge es ganz gut an die Ränder meines Kopfes. Es braucht bis es wieder zum Kern schwappt. Die schwüle Brühe hält es. Mein Kopf lahmt. Und weißt du, das ist manchmal auch ganz gut.

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